Three Days Grace

21.10.2018  |  Schlachthof, Wiesbaden

„Outsider“-Tour 2018

Support: Bad Wolves

Die Post-Grunge-Band Three Days Grace tourt momentan mit ihrem neuen Album “Outsider” durch Europa. Am vergangenen Sonntag machten sie auch im Schlachthof Wiesbaden halt. Das Konzert war seit Wochen ausverkauft. Die ersten Fans standen bereits Stunden vor Einlass an der Halle.

Die vier Kanadier schafften im Jahr 2003 weltweit den Durchbruch mit ihrer Hit-Single “I hate everything about you”. Damals war Adam Gontier noch die Stimme der Band und viele Lieder wurden von ihm geschrieben. Seit seinem Ausstieg 2013 ist Matt Walst, Bruder von Bassisten Brad und Sänger der Band “My Darkest Days”, am Mikrofon. Auch heute noch, 5 Jahre später, gibt es immer wieder Fans, die in den sozialen Netzwerken Nachrichten wie “I miss Adam” hinterlassen. Spätestens allerdings an diesem Abend sollte allen Anwesenden klar geworden sein, wie enorm sich Matt als Frontmann von Three Days Grace entwickelt hat. Doch dazu später mehr.

Bad Wolves

19:45 betraten erstmal “Bad Wolves” aus Los Angeles die Bühne und heizten dem Publikum bereits ordentlich ein. Es gab erste Mosh- und Circlepits. Walls of Death taten sich auf. Man merkte: hier haben alle richtig Bock auf einen guten Abend. Mit ihrem letzten Song, einer Coverversion des Cranberries-Hits “Zombie”, setzten Bad Wolves bereits ein kleines Highlight des Abends. Handylichter und Feuerzeuge erhellten den Raum, bevor der Refrain dann mit voller Kraft durch die Halle schmetterte. Ich kannte diese Version vorher nicht und muss sagen, dass es mir fast besser als das Original gefallen hat. Die Band gibt es erst seit letztem Jahr, auf der Bühne wirkten sie aber sehr souverän und schon fast wie alte Hasen. Respekt.

Three Days Grace

Three Days Grace kamen gegen 21 Uhr, nach einem langen Intro, auf die in blaues Licht gehüllte Bühne. Besonders Gitarrist Barry Stock gab während der ersten 3 Lieder alles für die Fotografen. Gleich der zweite Song des Abends war “Home”, einer der älteren Hits der Band, gefolgt von “The good life”. Die vier Kanadier hatten sichtbar viel Spaß auf der Bühne. So bewarfen sich Barry und Brad beispielsweise gegenseitig mit Plektren. Diese gute Stimmung zog sich über die gesamte Show.

Bei “World so cold”, einem Lied, welches noch aus der Feder von Adam Gontier stammt, wurde mir an diesem Abend zum ersten Mal die extreme Entwicklung von Matt bewusst. Vor 3-4 Jahren stand da noch ein junger Mann auf der Bühne, etwas unsicher, die Stimme hier und da wackelig. Alles wirkte damals sicher auch in Anbetracht des Erbes, welches er angetreten hatte, noch zurückhaltend und die Show nach vorn gepresst. Und nun stand er da am Sonntag Abend auf der Bühne, als hätte er schon immer zu Three Days Grace gehört: die Stimme war klar, da waren keine Unsicherheiten und auch die Show, die er machte, wirkte echt. Nichts erzwungenes, vielleicht auch befreit. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es Matt mittlerweile geschafft hat, auch die älteren Songs zu seinen zu machen.

“Just like you” sorgte im Anschluss, wie bei jedem Konzert der Band, für gute Stimmung und Matt suchte die Nähe zu den Fans in den vorderen Reihen. Für “Love me or leave me” und “Get out alive” wurde ein kleines Acoustic-Set eingeschoben. Schlagzeuger Neil Sanderson kam nach vorn auf die Bühne und setzte sich ans Keyboard. Auch die anderen drei Musiker saßen auf Hockern am Bühnenrand. Anfangs saß auch das Publikum und Feuerzeuge wurden gezückt. Die Halle glich einem Lichtermeer.

Nach dieser kurzen ruhigeren Phase ging es wieder in die Vollen mit “Painkiller”, “Break” und “Let you down”. Und dann folgte endlich “I hate everything about you”, gefühlt sicher fast Pflicht, dass dieses Lied gespielt wird, aber es funktioniert immer wieder richtig gut. Die Stimmung war fantastisch, die Fans sangen Zeile für Zeile mit.

Während “Animal i have become” machte die Band einen kurzen musikalischen Ausflug und ließ ein Cover von “Seven nation army” einfließen. Nach “Never too late” neigte sich der Abend langsam dem Ende. Letzter Song war “Riot”, wie so oft eingeleitet durch “Riot”-Rufe aus dem Publikum. Am Ende war dann Matt auch wieder in der ersten Reihe. Nach fast genau anderthalb Stunden war Schluss und ich muss diesem Abend wohl das Prädikat “extrem gut” verleihen.

Die Fotos wurden im Auftrag von STAGR gemacht.
Die komplette Galerie ist zu finden unter https://stagr.de/konzerte-und-musik/three-days-grace-in-wiesbaden.

Setlist

  1. The Mountain
  2. Home
  3. The Good Life
  4. Pain
  5. Infra-Red
  6. World So Cold
  7. You Don’t Get Me High Anymore (Phantogram cover)
  8. Just Like You
  9. Love Me or Leave Me (akustisch)
  10. Get Out Alive (akustisch)
  11. Painkiller
  12. Break
  13. Let You Down
  14. I Hate Everything About You
  15. Animal I Have Become (including Seven Nation Army)
  16. Never Too Late
  17. Riot